Wenn der Hund Hund sein darf

 

Nehmen Sie sich 1 Stunde Zeit!

Stellen Sie sich an den Zaun, und halten Sie die Augen offen. Achten Sie genau auf

die Hunde, ganz egal ob Welpe oder erfolgreicher Schutzhund. Beobachten Sie die

Hundeführer und den Schutzdiensthelfer. Und wenn Sie aufgepasst haben, dann

werden Sie all Ihre Vorurteile über den Schutzdienst auf ewig begraben.

 

Ganz klar: Mit dem Thema Schutzdienst berührt man für viele Menschen ein

rotes Tuch. Natürlich gibt es auch im Hundesport schwarze Schafe - schließlich

sind hier Menschen am Werk. Bei dem Schutzdienst allerdings, so wie wir ihn

verstehen, geht es aber nicht um den Menschen, sondern um den Hund.

Und das ist sein gutes Recht, schließlich muss er tagtäglich mit der menschlichen

Welt zurechtkommen. Hier allerdings darf er Hund sein. Hund sein heißt, er darf

ganz natürliche, angeborene Triebe ausleben. Um zu Überleben mussten die Ahnen

unserer Hunde, ihre Beute aufspüren, erjagen und erkämpfen. Dies alles braucht

unserer Hund nicht mehr. Aber trotz Trockenfutter und “kräftige Brocken” in Dosen

leben die Triebe im Hund weiter. Mit dem richtig gelernten Schutzdienst kann der

Mensch seinem Hund etwas bieten, was dem angeborenen Beutetrieb Rechnung trägt.

Hier darf er kämpfen, Beute machen und all das, was seinem Naturell entspricht.

Egal auf welchem Leistungsstand sich der Hund befindet, eins ist immer gleich:

Am Ende geht der Hund als Sieger vom Platz, stolz trägt er seine Beute bis ins Auto.

Kein Grund irgendwelche Urängste vorm “bösen Wolf” heraufzubeschwören.

Der Sieg über Schutzdiensthelfer fördert nicht die Aggressivität, er baut sie ab.

Denn mit jedem Mal wächst der Hund ein kleines Stück über sich hinaus, und stets

ist er der Sieger. Er bekommt damit das, was alle selbstsicheren Hunde besitzen: 

Selbstbewusstsein und Souveränität.

 

Wird ein Hund zur Gefahr, dann aufgrund von Unsicherheit, Angst

und Wesensschwäche; ganz nach dem Motto: “Ich beiß dich, bevor du mich beißt.”

In Verbindung mit dem Gehorsam wurden schon aus vielen ängstlich oder auffälligen

Hunden gefahrlose Begleiter und Hausgenossen.

 

Ein Hund, der weiß, was für ein ganzer Kerl er ist, steht über den Dingen.

Beim Menschen soll das übrigens nicht soviel anders sein ...

 

 

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